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Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen in Naunheim, Niedergirmes, Hermannstein und Blasbach,
warum wenden wir uns an Sie in den einzelnen Stadtteilen und umliegenden Gemeinden? Die Antwort ist: Sie alle werden nach dem Raumordnungsplan 2006 für Mittelhessen, der seit kurzem vorliegt, betroffen sein!

Der Regierungspräsident in Gießen sowie sein Umweltdezernent lehnen den Beschluß der Stadt Wetzlar vom September 2005 - gestützt durch ein Gutachten - auf Herausnahme des Windvorranggebietes aus dem Regionalen Raumordnungsplan nicht nur ab, sondern fordern sogar eine Verdoppelung des Gebietes nach Norden und nach Westen und setzen die erforderliche Mindestwindgeschwindigkeit von 5 m auf 4 m/s herunter. Dies bedeutet, daß nicht nur Naunheimer Gemarkung betroffen ist, sondern auch Niedergirmeser und Hermannsteiner Gemarkung einbezogen werden. Die Ausdehnung nach Norden hat zur Folge, daß der angrenzende Naunheimer Wald in Richtung Blasbach geopfert wird! Im Jahre 2001 hatte die Regionalversammlung die Windvorrangzone "Auf dem Streit" bereits aus dem Regionalen Raumordnungsplan herausgenommen. Dies wurde von dem Regierungspräsidium ebenfalls ignoriert, wie auch der Beschluß der Stadt Wetzlar aus 2005.

Warum lehnen wir als Bürgerinitiative "Gegenwind" dieses Vorhaben entschieden ab und bitten Sie um Ihre Unterstützung?

Der Windertrag in diesem Gebiet ist mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,5 m/s viel zu gering, um eine Wirtschaftlichkeit der Anlagen zu erreichen. Die Durchsichtigkeit der neuen Vorgabe von 4 m/s liegt auf der Hand. Dadurch wird aber noch keine Wirtschaftlichkeit der Windräder erreicht. Aber eins ist sicher: Bei einer Verwirklichung dieses Planes werden alle Grundstücke und Gebäude in einem Radius von bis zu 1.500 m in ihrem Wert bis zu 50 % gemindert! Dies ist bundesweit die traurige Wahrheit, welche auch die angrenzenden Stadtteile Niedergirmes, Hermannstein und Blasbach sowie die Gemeinden Lahnau-Waldgirmes und Aßlar treffen wird.

Das Gebiet gehört ausschließlich zum Landschaftsschutzgebiet Lahn-Dill-Bergland. Eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ist ein wichtiger Belang, der in die Abwägung einzubeziehen ist und kann einer  Ausweisung als Gebiet für Windkraftanlagen entgegenstehen (siehe Entscheidung des OVG Münster von 2002). Auch eine bereits gestörte Landschaft (A 45, Hochspannungsleitung und Kalkbruch) darf nicht einer weiteren Zerstörung preisgegeben werden, sagt das vorgenannte Urteil. In diesem Zusammenhang ist die Aussage des Regierungssprechers Kersten (s. WNZ 10.8.06) blanker Zynismus: Wegen der bereits vorhandenen Störungen können da auch noch Windräder aufgestellt werden! Bündelung von Belastungen nennt er das!

Die Trinkwasserquelle "Kochsgrund" versorgt den alten Ortskern von Naunheim und liegt in unmittelbarer Nähe der geplanten Windvorrangzone. Sie wäre bei einem Unfall in einer der Anlagen höchst gefährdet.

Naturschutzrechtliche Gründe sprechen ebenfalls gegen die Ausweisung des Vorranggebietes. Bekanntlich ist die Region Durchzugsgebiet für zahlreiche Zugvögel, insbesondere Kraniche. Eine Begehung durch einen Vogelkundler im September 2003 hat bereits nach einer halben Stunde zur Feststellung von weit mehr als 20 verschiedenen örtlichen Vogelarten geführt. In ganz Deutschland geht man von bis zu 1 Million jährlich zerschredderten Vögeln und Fledermäusen aus. 

Die Windvorrangzone wird von nicht weniger als 6 regionalen und überregionalen Wanderwegen durchschnitten. Der Erholungswert einer Region stellt einen gewichtigen Belang dar. Dieser wäre erheblich gestört, da durch Eisabwurf und herabfallende Bauteile oder Rotorenblätter Personenschäden zu befürchten sind.

Die gesundheitsschädigenden Auswirkungen durch Schall, Discoeffekt und Infraschall reichen bis zu 5 km Entfernung, bedingt auch durch die immer größeren  Anlagen.

Die Waldbrandgefahr durch ein in Brand geratenes Windrad (beispielsweise durch Blitzschlag verursacht) liegt auf der Hand. Die Feuerwehren sind bei einem Brand in einer Höhe von 100 und mehr Metern machtlos. 

Der ganze Unsinn, sowohl ökonomisch als auch ökologisch, offenbart sich dadurch, daß bei derzeit über 18.000 Wind-rädern bundesweit mit einer Nennleistung von rd. 19.300 Megawatt (Stand 30.6.2006) kein einziges konventionelles Kraftwerk ersatzlos stillgelegt werden konnte. Der durchschnittliche Windertrag bundesweit liegt bei 15,4 % der Nenn-leistung. An der Küste etwas mehr, im Binnenland  weniger. Zum Beispiel erzielte der Windpark bei Ullrichstein/ Vogelsberg, 600 m über NN gelegen, in 2005 einen Windertrag von knapp 11 %. Wir Verbraucher zahlen mehr als 3 Mrd. Euro Mehrvergütung über den Strompreis. Dies sind damit die höchstsubventionierten Arbeitsplätze mit je 70.000 Euro, doppelt soviel als bei der Steinkohle. Mit der Steinkohle wird jedoch die 6-fache Strommenge konstant erzeugt.

Wir bitten und hoffen auf Ihre Unterstützung, damit dieses Windvorranggebiet nicht Wirklichkeit wird.

Ihre BI "Gegenwind Wetzlar-Naunheim"Erhard Heinrich, Waldemar Wagner, Edith Wagner, Heinz Hofmann, Helmut Bill, Klaus Bourcardé, Walter Hausner

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*** Aktuell > Brief an Stadtrat Beck > hier klicken ***


An alle Naunheimer Bürger

Aus verschiedenen Veröffentlichungen in der WNZ sowie den Stadtteilnachrichten in den vergangenen Monaten war zu entnehmen, dass in dem Naunheimer Gemarkungsteil „Auf dem Streit“ nördlich der Autobahn, ein Windpark mit mehreren Windrädern entstehen soll.

Diese Windräder sind nach Auskunft des Planungs- u. Hochbauamtes der Stadt Wetzlar mit einer Gesamthöhe von 139 m geplant. Zum Vergleich: Die dort bereits befindlichen Hochspannungsmasten der Überlandleitung sind 40 m hoch. Für jedes Windrad ist ein Fundament von 1.000 m ³ Stahlbeton erforderlich.

Die Verschandelung unserer Landschaft nach Autobahnbau, Kalkbruchausdehnung und Bau von mehreren Funkmasten auf dem Simberg geht weiter. Dies dürfen wir auch im Interesse unserer Nachkommen nicht akzeptieren.
Die gesundheitlichen Gefahren, die von den Windrädern ausgehen, sind inzwischen erwiesen. Zu nennen ist der Diskoeffekt, hervorgerufen durch die Bewegung der Rotoren, Tag und Nacht auftretende Schallwellen, niederfrequente Schwingungen sowie Infraschall mit einer Reichweite von 2-3 Km. Dies kann zu Kopfschmerzen, Stress-Symptomen, nervösen Störungen und Herzrhythmusstörungen führen.
Die Beeinträchtigungen und Gefahren (Eiswurf bis 400 m , Brände) die von einem Windpark ausgehen, liegen für Erholungssuchende, Wanderer, Spaziergänger, Jogger und Radfahrer auf der Hand. Die Feuerwehren können Brände in einer maximalen Höhe von 30 m bekämpfen.

Windkraft ist keine Alternative !

Warum werden Sie sich fragen. Aufgrund des „Erneuerbare Energien Gesetz“ wird der erzeugte Windstrom mit einem Mehrfachen des Marktpreises vergütet. Dies ist eine Subvention, die wir alle als Stromverbraucher bezahlen. Zusätzlich gewährt der Staat zinsverbilligte Kredite. Fachleute beziffern diese Subventionen auf 1,4 Milliarden Euro jährlich.
Damit wird jeder der 35.000 Arbeitsplätze in der Windkraftindustrie mit etwa 40.000 Euro bezuschusst, eine ähnliche Größenordnung wie im deutschen Steinkohlebergbau.
Durch die in Deutschland bereits installierten 14.000 Windräder ist bisher kein einziges konventionelles Kraftwerk stillgelegt worden. Da der Wind weht wann und wie er will, muss die so genannte Grundlast immer von konventionellen Kraftwerken bereitgehalten werden. Dies bedeutet, dass immer dann Energie ungenutzt in die Atmosphäre abgelassen wird, wenn die Windräder sich bei ausreichendem Wind, jedoch nicht bei Sturm, drehen. Ein Geschäft ist die Windkraft nur für einige Profiteure auf Kosten der übrigen Bevölkerung.

Die Unterzeichner (siehe Impressum) sind nicht gegen alternative Stromerzeugung, sofern aus bürgerverträglicher und naturschutzfachlicher Sicht alle Belange entsprechend berücksichtigt werden. Wir sind aber gegen die Vermarktung der Windräder aus rein kommerziellen Gründen um jeden Preis, unter dem Deckmantel „Umweltschutz“.

Bürger wehrt Euch und unterstützt uns, ehe es zu spät ist.













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